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Verhalten im Entschädigungsfall

Tritt der Entschädigungsfall ein und ist eine Bank zahlungsunfähig, gilt es erst einmal, Ruhe zu bewahren. In der Bundesrepublik ist das Vorgehen bei einer Bankenpleite Schritt für Schritt festgelegt, damit ein reibungsloser und für alle Kunden gleichermaßen fairer Ablauf gewährleistet ist. Es bringt also gar nichts, außerhalb dieser Spielregeln zu agieren oder Hektik zu verbreiten.

Am Beispiel der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB), die für die gesetzlicher privater Banken verantwortlich zeichnet, erklären wir hier das richtige Verhalten im Entschädigungsfall.

Information der Kunden durch das Einlagensicherungssystem

Stellt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Entschädigungsfall fest, tritt die EdB in Aktion. Sie schreibt jeden Kunden der betroffenen Bank an und informiert darüber, dass der Sicherungsfall eingetreten ist. Einlager müssen keinen gesonderten Antrag stellen; die EdB prüft eigenständig die jeweiligen Entschädigungsansprüche. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von sieben Werktagen nach Feststellung des Entschädigungsfalls.

Freiwillige und gesetzliche Einlagensicherung – alles aus einer Hand

Handelt es sich bei der Bank, die Insolvenz anmelden musste, um ein Unternehmen, das zusätzlich einem der freiwilligen Einlagensicherungsfonds angehört, überträgt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH die gesamte Abwicklung an den jeweiligen Fonds. Verbraucher müssen sich also nicht an zwei Stellen wenden, wenn sie mehr als 100.000 Euro – also einen Betrag oberhalb der gesetzlichen Sicherungsgrenze – investiert hatten.
Hier muss der Einleger aktiv werden: Information des Kunden inklusive Datenblatt, auf dem die Ansprüche notiert werden müssen, Prüfung und Auszahlung.

Ansprüche im Ausland geltend machen

Etwas komplizierter wird es für deutsche Kunden, wenn sie von der Pleite einer ausländischen Bank im EU-Raum betroffen sind. Die Europäische Union schreibt zwar vor, wie im Entschädigungsfall vorgegangen werden muss. Als Problem erweisen sich dabei aber vor allem sprachliche Hürden. Denn der Hinweis darauf, dass der Sicherungsfall bei einer Bank im Ausland festgestellt wurde, erfolgt in der jeweiligen Amtssprache. Auch das Formular ist üblicherweise in der Landessprache gehalten. Hier sollte man sich notfalls Hilfe holen, um keine Fehler zu machen und damit vielleicht die Ansprüche zu verwirken. Unterliegt das Land nicht den Bestimmungen der EU, bleibt nur der Weg, sich schriftlich an die Bank zu wenden – gegebenenfalls wird auf der Internetseite ein Ansprechpartner genannt, der ansonsten auch über die BaFin in Erfahrung gebracht werden kann.

Einlagensicherung aktueller Tages- und Festgeldkonten

Wie hoch die Einlagensicherung aktueller Tages- oder Festgeldkonten ist, zeigen unsere Vergleiche:

Festgeldzinsen berechnen

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