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Gibt es auch beim Festgeld Zinseszinsen?

Zinseszinsen sind für Sparer ein besonderes Schmankerl und erhöhen ganz nebenbei den Gewinn. Sie werden immer dann fällig, wenn bereits gutgeschriebene Zinsen im Laufe der Zeit ebenfalls verzinst werden.

Beispiel: Bei einem Zinssatz von 2,50 Prozent pro anno und einem Anlagebetrag von 1000 Euro werden nach zwölf Monaten 25 Euro Zinsen gutgeschrieben. Im Jahr darauf stehen 1025 Euro zu Buche. Der Zinseszins auf die 25 Euro Zinsgutschrift wären immerhin knapp 63 Cent.

Typisch sind Zinseszinsen vor allem beim Tagesgeld. Doch auch bei der Festgeldanlage ist es durchaus möglich, vom sogenannten Zinseszinseffekt zu profitieren – meistens indirekt, in seltenen Fällen aber auch direkt.

Direkte Zinseszinsen bei der Festgeldanlage

Um direkte Zinseszinsen zu erhalten, müssen die Zinsgutschriften auf dem Festgeldkonto verbleiben und dürfen nicht auf das Referenz- oder Verrechnungskonto ausgezahlt werden. Diese Option besteht nur bei wenigen Banken (Beispiel: Bank of Scotland). Sie stellen es ihren Kunden bei mehrjährigen Festgeldanlagen frei, auf welchem Konto die Zinsen verbucht werden sollen. Erlaubt ist die Gutschrift auf dem Festgeldkonto in der Regel aber nur bei einer jährlichen Gutschrift der Zinsen. Erfolgt die Zinsgutschrift monatlich, was für den Zinseszinseffekt optimal wäre, erfolgt die Zahlung üblicherweise automatisch auf das Referenzkonto.

Indirekte Zinseszinsen beim Festgeld

Deutlich einfacher und unabhängig von den Modalitäten bei der Gutschrift lassen sich mit der Festgeldanlage auch indirekt Zinseszinsen erzielen. Zum einen durch Prolongation, zum anderen durch den Verbleib der Zinsen auf dem als Referenzkonto eingerichteten Tagesgeldkonto.

Möglich sind Zinseszinsen durch Prolongation hauptsächlich bei unterjährigen und einjährigen Festgeldanlagen. Eine Ausnahme bilden Banken, die den Zinsgewinn auch bei mehrjährigen Anlagen nur zum Ende der Laufzeit auszahlen. Ausgehend von einem Anlagebetrag von 10.000 Euro, einer Laufzeit von einem Jahr und einer Verzinsung von 3,00 Prozent pro anno, stünden zum Vertragsende 10.300 Euro für die Wiederanlage zur Verfügung. Nach dem zweiten Jahr wären es bereits 10.309 Euro (neun Euro davon sind Zinseszinsen) und bei einer erneuten Wiederanlage nach drei Jahren 10.318,27 Euro – immer vorausgesetzt, der Zinssatz bleibt stabil. Ansonsten fallen die Zinseszinsen etwas höher oder niedriger aus.

Werden die Zinsen automatisch auf ein Tagesgeldkonto gezahlt und verbleiben dort die gesamte Laufzeit und eine mögliche Prolongation über, ergibt sich auch hier ein Zinseszinseffekt.

Festgeld-Zinsen berechnen

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