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Höhe der Zinsen für Kapitalerhalt

Wie hoch müssen die Zinsen sein, damit mein Kapital mindestens erhalten bleibt?

Der reine Zinssatz sagt leider nur wenig darüber aus, was letztlich unter dem Strich steht und ob sich die Anlage im wahrsten Sinne des Wortes auch rentiert hat. Aussagen dazu lassen sich nur treffen, wenn alle für die Rendite verantwortlichen Faktoren berücksichtigt werden. Das sind neben dem Zinssatz auch die Belastung durch Steuern und die Inflation, die nach und nach die Kaufkraft des Kapitals mindert. Sparer spüren diesen Verlust zwar im Portemonnaie, sehen ihn aber nicht schwarz auf weiß auf dem Kontoauszug.

Brutto- und Nettorendite

Um sich ein Bild davon machen zu können, was am Ende vom eingezahlten Kapital und den Zinsen überbleibt, müssen Anleger deshalb zwischen Brutto- und Nettorendite unterscheiden. Das ist weniger kompliziert, als es sich vielleicht anhört. Die Bruttorendite entspricht dem Zinsgewinn, ohne Rücksicht auf Inflation und Steuern. Fließen diese beiden Aspekte in die Rechnung ein, ergibt sich die Nettorendite.

Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Minimieren lassen sich die Abzüge durch ein geschicktes Management des Sparerpauschbetrages. Insgesamt dürfen 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei Ehepaaren steuerfrei als Kapitalerträge erwirtschaftet werden. Allerdings müssen Freistellungsaufträge gestellt werden, um den Freibetrag in Anspruch nehmen zu können. Dazu ein Beispiel: Liegt bei Bank A ein Freistellungsauftrag über 350 Euro vor und wurden 400 Euro Zinsen erwirtschaftet, müssten für 50 Euro 25 Prozent Abgeltungssteuer, 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und unter Umständen acht bzw. neun Prozent Kirchensteuer gezahlt werden. Da es durch Umschichtungen und Umbuchungen immer wieder zu leichten Verschiebungen kommt, raten wir, die Freistellungsaufträge regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen.

Inflation

Keinen Einfluss haben Verbraucher auf die Inflation. Sie schmälert die Kaufkraft des Geldes und wirkt eher schleichend. Im Oktober 2011 lag die Inflationsrate – auch als Teuerungsrate bezeichnet – bei 2,5 Prozent. Das heißt, 100 Euro waren letztlich nur noch 97,50 Euro wert. Dieser Wertverlust ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, weil die Zahlen gleich bleiben. Dafür macht er sich bemerkbar, wenn die Geldbörse beim gleichen Einkauf plötzlich schneller leer ist.

Auf die Realrendite achten

Wie wirken sich Steuern und Inflation nun auf die Realrendite aus? Das lässt sich am einfachsten anhand eines Beispiels für einjähriges Festgeld erklären – die Zahlen sind jeweils aufgerundet:

  Ohne Freistellungsauftrag Freistellungsauftrag 250 Euro Freistellungsauftrag 400 Euro Freistellungsauftrag 400 Euro
+ höherer Zins
Anlagebetrag 10.000,00 € 10.000,00 € 10.000,00 € 10.000 €
Zinssatz 3,00 % 3,00 % 3,00 % 3,5 %
Zinsgewinn/Bruttorendite 300,00 € 300,00 € 300,00 € 350,00 €
Freistellungsauftrag 0,00 € 250,00 € 400,00 € 400,00 €
Zu versteuern 300,00 € 50,00 € 0,00 € 0,00 €
Steuerlast (ohne Kirchensteuer) 79,13 € 13,19 € 0,00 € 0,00 €
Gewinn nach Steuern 220,87 € 286,81 € 300,00 € 350,00 €
Rendite nach Steuern 2,21 % 2,86 % 3,00 % 3,50 %
Gesamtbetrag nach Steuern 10.220,87 € 10.286,81 € 10.300,00 € 10.350,00 €
Verlust durch Inflation (2,5 %) 255,52 € 257,17 € 257,50 € 258,75 €
Gesamtbetrag nach Inflation 9.965,35 € 10.029,64 € 10.042,50 € 10.091,25 €
Realrendite -0,35 % 0,29 % 0,42 % 0,91 %

Ziel einer Festgeldanlage muss immer eine positive Realrendite sein. Erster Anhaltspunkt ist eine einfache Rechnung: Zinssatz minus Inflationsrate. Die Abgeltungssteuer macht sich zwar auch bemerkbar, kann durch den Einsatz des Freistellungsauftrages aber weitgehend vermieden werden.

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