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Gutschrift der Zinsen

Wann erfolgt die Gutschrift der Zinsen bei Festgeld?

Zinsgutschriften dürften die Momente sein, auf die sich Sparer besonders freuen. Sie fahren gewissermaßen die Ernte ihrer Geldanlage ein. In welchem Turnus die Zinsen gutgeschrieben werden, richtet sich dabei nach zwei Faktoren: der Laufzeit und den Geschäftsbedingungen der Bank. In seltenen Fällen spielt auch der Anlagebetrag eine Rolle. Das ist immer dann der Fall, wenn der Kunde die freie Wahl hat, in welchen zeitlichen Abständen die Zinsen gebucht werden sollen. Letztlich sind die Gutschriften aber weitgehend einheitlich geregelt und überschaubar organisiert.

Unterjähriges Festgeld: Gutschrift zum Ende der Laufzeit

Bei unterjährigen Festgeldanlagen, also bei Anlagezeiträumen von unter zwölf Monaten, erfolgt die Buchung der Zinsen grundsätzlich zum Ende der Laufzeit. Zwischenzeitlich Zinsen zu zahlen würde auch wenig Sinn machen, zumal die Verzinsung bei unterjährigen Laufzeiten eher gering ist. Zudem wäre der Verwaltungsaufwand unverhältnismäßig hoch.

Gutschrift zum Jahresende und zum Ende der Laufzeit

Die gängigste Variante ist die Gutschrift der Zinsen jeweils zum Jahresende und zum Ende der Laufzeit. Sie wird bei vielen Festgeldanlagen ab zwölf Monaten angewendet. Nehmen wir als Beispiel ein Festgeldkonto mit einem Anlagezeitraum von drei Jahren, das am 1. Juni eröffnet wird. In dem Fall werden die Zinsen zum ersten Mal am 31. Dezember des laufenden Jahres gutgeschrieben. Die zweite und dritte Gutschrift erfolgen zum Ende der beiden Folgejahre. Die letzte Gutschrift ist im darauf folgenden Jahr Anfang Juni fällig, also nach exakt drei Jahren Laufzeit. Wie hoch die Zinsausschüttung ausfällt, erklären wir im Kapitel zu den Zinsberechnungsformeln.

Mehrjähriges Festgeld: Gutschrift zum Ende der Laufzeit

Festgeldkonten, bei denen die Zinsen nur zum Ende der Laufzeit gutgeschrieben werden, bilden die Ausnahme und sind trotz höherer Zinsen nur bedingt empfehlenswert. Anleger müssen berücksichtigen, dass die Zinszahlung zum Laufzeitende bei mehrjährigem Festgeld naturgemäß deutlich höher ausfällt als bei einer jährlichen Ausschüttung der Zinsen. Das kann zum Problem oder vielmehr Ärgernis werden, wenn der Gewinn über dem Sparerpauschbetrag respektive dem im Freistellungsauftrag genannten Freibetrag liegt. Im ungünstigsten Fall wird der höhere Zins durch die Abgeltungssteuer direkt wieder geschluckt.

Dazu ein Beispiel (gerundete Zahlen) mit einem Anlagebetrag von 10.000 Euro und einer Laufzeit fünf von fünf Jahren.

Gutschrift

Laufzeitende

Jährlich

Zinssatz

4,65 %

4,50 %

Zinsgutschrift pro Jahr

 

450,00 €

Zinsgutschrift Laufzeitende

2.325,00 €

 

Freistellungsauftrag

500,00 €

500,00 €

Zu versteuernder Kapitalertrag

1.825,00 €

0,00 €

Steuerlast (ohne Kirchensteuer)

481,34 €

0,00 €

Zinsgewinn

1843,66 €

(5 x 450,00 €) = 2.250,00 €

Werden die Zinsen jährlich auf dem Referenzkonto gutgeschrieben, ausgehend von 4,50 Prozent, liegt der Gewinn mit 450 Euro pro Jahr unter dem Freibetrag und bliebe dementsprechend steuerfrei. Obwohl das Festgeld bei dieser Variante schlechter verzinst wird, steht unter dem Strich ein höherer Gewinn.

Monatliche Zinsgutschrift

Angeboten werden darüber hinaus auch Festgeldkonten mit monatlicher Zinsgutschrift. Vorausgesetzt wird entweder, dass ein entsprechend hoher Betrag investiert wird, und/oder eine entsprechend lange Laufzeit von mehr als einem Jahr. Die Konditionen der Banken liegen hier weit auseinander. Auf der einen Seite wird kein Mindestbetrag verlangt, auf der anderen sind es 20.000 Euro. Zum Teil kann die monatliche Gutschrift auch erst ab einem Anlagezeitraum von sieben Jahren vereinbart werden. Näheres verrät unser Festgeldvergleich.

Festgeld-Zinsen berechnen

Wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Festgeldzinsen aktueller Festgeldangebote für beliebige Laufzeiten und Anlagesummen sind, können Sie das mit unserem Festgeldrechner berechnen und vergleichen:

Festgeldzinsen berechnen