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Steuerfreibetrag nutzen

Welche Steuerfreibeträge kann ich bei Festgeld nutzen?

Sparer und Anleger sind gut beraten, sich etwas intensiver mit dem Thema Steuern auf Kapitalerträge zu befassen, insbesondere mit den Steuerfreibeträgen. Sie verhindern, dass der gesamte Zinsgewinn einer Festgeldanlage – oder jedes anderen Investments – versteuert und somit die Rendite spürbar beschnitten wird. Dazu müssen die Freibeträge allerdings geltend gemacht werden. Abhängig davon, welcher Steuerfreibetrag in Anspruch genommen werden kann, gibt es dazu unterschiedliche Möglichkeiten.

Sparerpauschbetrag

Der wichtigste Freibetrag im Zusammenhang mit Geldanlagen, ob nun Festgeld, Tagesgeld oder Fondssparen, ist der Sparerpauschbetrag. Er wurde 2009 zusammen mit der Abgeltungssteuer eingeführt und löste den Sparerfreibetrag ab. Rein vom Betrag her, der steuerfrei bleibt, hat sich dabei nichts geändert. Lässt man den alten Freibetrag für private Veräußerungsgewinne, der ganz abgeschafft wurde, außen vor, stehen unter dem Strich nach wie vor 801 Euro, die bei Ehepaaren auf 1.602 Euro verdoppelt werden. Allerdings wurde an den Grundlagen gefeilt.

Sparerfreibetrag (bis Ende 2008) Sparerpauschbetrag (ab 1. Januar 2009)

Der Sparerfreibetrag für Zinsen und Dividenden betrug 750 Euro. Hinzu kam die Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 Euro für Aufwendungen im Zusammenhang mit der Geldanlage. In der Summe ergab sich somit ein Betrag von 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei Ehepaaren.

Zusätzlich räumte der Staat Anlegern einen Freibetrag für Gewinne aus Wertpapieren und Aktien ein. Blieben die Papiere mindestens ein Jahr im Depot, waren 512 Euro der Erträge steuerfrei. Summa summarum, wenn alle Töpfe ausgeschöpft wurden, galten Freibeträge von 1.313 Euro.

Der Sparerpauschbetrag ist, wie der Name bereits vermuten lässt, eine Pauschale. Sie beträgt 801/1.602 Euro und deckt alles ab. Sowohl mögliche Werbungskosten als auch die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften werden seither nicht mehr separat behandelt, sondern sind bereits im Sparerpauschbetrag enthalten.

Insbesondere für Anleger, die auch Wertpapiere nutzen, haben sich die steuerlichen Voraussetzungen dadurch erheblich verschlechtert.

In Anspruch genommen werden kann der Sparerpauschbetrag nur über Freistellungsaufträge. Jeder Auftrag gilt dabei für alle Produkte, die bei einer Bank genutzt werden, vom Girokonto über das Festgeld bis zum Wertpapierdepot. Näheres dazu in unserem Ratgeber: "Wie funktioniert der Freistellungsauftrag für Kapitalerträge?"

Grundfreibetrag

Der Sparerpauschbetrag ist für die meisten Verbraucher der einzige und damit auch der wichtigste Steuerfreibetrag. Darüber hinaus gibt es einen Grundfreibetrag. Er ist für alle Sparer und Anleger von Bedeutung, deren Einkünfte unterhalb eines vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwertes liegen. Dieser Grenzwert wird als Grundfreibetrag bezeichnet und stellt sicher, dass niedrige Einkommen bis zum Existenzminimum nicht durch zusätzliche Steuern belastet werden. 2017 liegt dieser Freibetrag bei 8.820 Euro. Um auch bei Kapitalerträgen steuerfrei zu bleiben, muss eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragt und der Bank vorgelegt werden.

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