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Nichtveranlagungsbescheinigung

Wie funktioniert das mit der Nichtveranlagungsbescheinigung?

Um die Bürgerinnen und Bürger nicht über Gebühr zu belasten und das Existenzminimum nicht durch Steuern zu gefährden, hat der Staat einen Grundfreibetrag festgelegt. Bewegen sich die Einkünfte inklusive möglicher Kapitalerträge, diese wiederum abzüglich des Sparerpauschbetrags, unterhalb dieses Grenzwertes, werden Betroffene nicht zur Einkommensteuer veranlagt und können sich auch von der Abgeltungssteuer befreien lassen. Für diese Zwecke gibt es die sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung, kurz NV-Bescheinigung. Konkret handelt es sich um die NV-Art 01 A.

Der Grundfreibetrag

Kerngröße ist der bereits erwähnte Grundfreibetrag. Er orientiert sich an den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten und liegt 2017 bei 8.820 Euro bzw. bei 17.640 Euro für Verheiratete. Berücksichtigt werden sämtliche Einkünfte, also auch Kapitalerträge.

Dabei gilt allerdings, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen wurden: Sollten Betroffene – häufig Rentner und Studierende, aber auch Arbeitnehmer mit geringem Gehalt und Kinder – Zinsgewinne und andere Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags in Höhe von 801 Euro respektive 1.602 Euro erzielen, führt die Bank ganz normal und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben die Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchen ab. Verhindern lässt sich das nur mit einer NV-Bescheinigung.

Wo erhalte ich die NV-Bescheinigung?

Ansprechpartner für die Nichtveranlagungsbescheinigung NV-Art 01 A ist das Finanzamt. Hier wird geprüft, ob das voraussichtliche Gesamteinkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegt. Werden die Voraussetzungen erfüllt, stellt die Behörde die NV-Bescheinigung aus. Sie ist allerdings nicht unbegrenzt, sondern nur maximal drei Jahre gültig – immer vorausgesetzt, der Grundfreibetrag wird auch weiterhin unterschritten. Maßgebend sind hierbei Paragraf 44a Absatz 2 Satz 2 Nummer 2 und Paragraf 44 Absatz 1.

Die Nichtveranlagungsbescheinigung bei der Bank einreichen

Sofort nach Erhalt sollte die Nichtveranlagungsbescheinigung bei allen Banken eingereicht werden, bei denen Geld investiert wurde und Gewinne abwirft. Damit erübrigt sich der Freistellungsauftrag. Die Bank führt in dem Fall keine Abgeltungssteuer mehr an das Finanzamt ab, unabhängig davon, ob die Zinsen respektive Gewinne oberhalb des Sparerpauschbetrags liegen oder nicht. Rein theoretisch könnten somit 801 Euro Sparerpauschbetrag plus 8.820 Euro Grundfreibetrag steuerfrei als Rendite erwirtschaftet werden, wenn sonst keine anderen Einkünfte vorhanden sind.

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