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Kirchensteuer

Was ist mit dem Kirchensteuerabzug?

Wer Mitglied einer als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaft ist, zum Beispiel der evangelischen oder katholischen Kirche, muss Kirchensteuer zahlen. Daran führt kein Weg vorbei. Diese Pflicht erlischt erst mit Austritt aus der Kirche. Ansonsten werden in Bayern und Baden-Württemberg regulär acht und in den übrigen Bundesländern neun Prozent als Steuerzuschlag erhoben, unter anderem auf die Einkommen- aber auch auf die Abgeltungssteuer.

Direkter Steuerabzug

Verantwortlich für den Steuereinzug sind allerdings nicht die Kirchen selbst, auch wenn ihnen die Steuergelder zustehen, sondern die Länder und damit die Finanzämter. Mit Ausnahme von Bayern wird die Kirchensteuer direkt einbehalten. Das gilt in erster Linie für den Lohn, aber auch für Zinsgewinne. Die Steuer wird dann später separat auf der Gehaltsabrechnung respektive dem Kontoauszug ausgewiesen.

Sparer haben diesbezüglich zwei Optionen: Sie lassen die Bank die Kirchensteuer zusammen mit Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag automatisch und ohne eigenen Arbeitsaufwand an das Finanzamt abführen. Oder sie kümmern sich im Rahmen der Einkommensteuererklärung selbst darum, dass sie Kirchensteuer berechnet und einbehalten wird. Sie zahlen die Steuer gewissermaßen nachträglich.

Die Bank führt die Steuer ab

Die einfachste Variante ist es, die Bank die Arbeit erledigen zu lassen. Dazu müssen die Unternehmen jedoch über die Kirchensteuerpflicht informiert werden. Denn während die Abgeltungssteuer und der Solidaritätszuschlag vollautomatisch und ohne jedes Zutun des Kunden an das zuständige Finanzamt weitergeleitet werden, erfolgt der Kirchensteuerabzug nur, wenn die Bank damit beauftragt wird. Dazu benötigt sie die Konfession und den Kirchensteuersatz – also acht oder neun Prozent. Üblicherweise können diese Daten online eingegeben und mit einer Transaktionsnummer bestätigt werden. Zum Teil lassen sich diese Angaben auch direkt im Kontoantrag machen. Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich geregelt.

Kirchensteuer über Einkommensteuererklärung abführen

Wird der Bank kein Auftrag für den Kirchensteuereinzug erteilt oder wurde schlichtweg vergessen, einen Auftrag zu erteilen, muss der Kunde aktiv werden. In dem Fall ist es erforderlich, im Rahmen der Einkommensteuererklärung die Anlage KAP auszufüllen. Verlangt wird der Gesamtbetrag der im Laufe des Steuerjahres einbehaltenen Abgeltungssteuer. Dieser Wert ergibt sich aus den Jahressteuerbescheinigungen, die bei den Banken angefordert werden können. Um Nachfragen und Verzögerungen bei der Bearbeitung zu vermeiden, müssen die Bescheinigungen ohnehin der Steuererklärung beigefügt werden. Das Finanzamt berechnet dann die Kirchensteuer, die auf die Kapitalerträge gezahlt werden muss, und zieht sie ein bzw. verrechnet sie. Diese Variante ist mit wesentlich mehr Arbeit verbunden und für die die meisten Sparer daher uninteressant. Deshalb gilt: Von Anfang an auf die Kirchensteuerpflicht aufmerksam machen.

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