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Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

Wie funktioniert der Freistellungsauftrag für Kapitalerträge?

Mit dem Freistellungsauftrag steht Sparern und Anlegern ein ungemein wichtiges und sehr effektives Instrument zur Verfügung. Der Antrag ist für die meisten Bankkunden die einzige Möglichkeit, den steuerlichen Freibetrag in Anspruch zu nehmen, und dafür zu sorgen, dass nicht der gesamte Gewinn versteuert wird. Überspitzt formuliert kann man von einem „Renditeretter“ sprechen. Dass der Freistellungsauftrag trotzdem kaum Beachtung findet, liegt größtenteils an der Unwissenheit und teils auch an der Bequemlichkeit der Verbraucher. Dabei ist das Formular weder kompliziert aufgebaut, noch kostet es allzu viel Zeit, die Papiere auszufüllen und sich Gedanken über die optimale Nutzung des Freibetrags zu machen.

Den Freistellungsauftrag ausfüllen

Den Freistellungsauftrag erhalten Kunden von ihrer Bank oder dem jeweiligen Finanzdienstleister – bei Filialbanken am Schalter, bei Direktbanken online als pdf-Formular oder in Form einer Eingabemaske. Vom Prinzip her sind die Anträge bei allen Unternehmen gleich aufgebaut und bisweilen sogar schon mit den Stammdaten des Kunden versehen. Ansonsten erfordert der Freistellungsauftrag relativ wenige Informationen:

  • Name (Geburtsname) des Kunden
  • Anschrift
  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • Steuer-Identifikationsnummer (zu finden auf dem Einkommensteuerbescheid)
  • handelt es sich um einen Einzel- oder um einen gemeinsamen Freistellungsauftrag
  • bei Paaren auch Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Steueridentifikationsnummer des Partners
  • der Freistellungsbetrag
  • das Datum, ab dem der Auftrag gilt
  • das Datum, bis zu dem der Auftrag gelten soll
  • Ort, Datum, Unterschrift (alternativ bei Onlineaufträgen eine Transaktionsnummer)

Was leistet der Freistellungsauftrag?

Sobald der Freistellungsauftrag bei der Bank eingereicht und ins System eingepflegt wurde, sorgt er dafür, dass Kapitalerträge bis zum gewünschten Betrag – maximal 801 Euro bei Singles und 1.602 Euro bei Ehepaaren – steuerfrei bleiben. Die Bank führt erst dann Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an das Finanzamt ab, wenn die Kapitalerträge aus Festgeld, Tagesgeld, Fonds und anderen Anlagen den im Formular genannten Betrag überschreiten. Berücksichtigt werden dabei alle Gewinne, die bei einer Bank erzielt werden. Der Auftrag gilt dementsprechend für alle Produkte bei einem Unternehmen. Sollte kein Freistellungsauftrag gestellt worden sein, wird jeder Cent Gewinn versteuert. Lässt man die Kirchensteuer außen vor, blieben von 100 Euro Zinsen nur noch 73,62 Euro über.

Können mehrere Freistellungsaufträge erteilt werden?

Deshalb ist es so wichtig, bei jeder Bank, bei der man Kunde ist, einen Freistellungsauftrag einzureichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob insgesamt nun zwei, drei oder mehr Anträge gestellt werden. Entscheidend ist vielmehr, dass der Sparerpauschbetrag von 801 bzw. 1.602 Euro nicht überschritten wird. Das heißt: Der Freibetrag muss sinnvoll auf die einzelnen Aufträge bzw. Banken verteilt werden. Nimmt ein Sparer in der Summe einen höheren Freibetrag in Anspruch, als es der Sparerpauschbetrag zulässt, meldet sich das Finanzamt. Da inzwischen die Steuer-Identifikationsnummer genannt werden muss, können die Behörden sehr leicht kontrollieren, ob man sich an die Spielregeln hält.

Wie teilt man den Sparerpauschbetrag optimal auf?

Um den Sparerpauschbetrag optimal ausnutzen zu können, hilft ein Blick auf die Kontoauszüge, Gewinn- und Zinsmitteilungen. Letztlich ist es ganz einfach: Je höher der Gewinn, der bei einer Bank erwartet wird, desto höher sollte auch der Freistellungsauftrag ausfallen. Dazu ein einfaches Beispiel:

Werden bei Bank A üblicherweise 25 Euro Zinsen auf einem alten Sparbuch und bei Bank B 800 Euro aus Fest- und Tagesgeld gutgeschrieben, bietet es sich an, bei Bank A einen Freistellungsauftrag über 30 Euro und bei Bank B über 771 Euro, in der Summe exakt 801 Euro, zu stellen. In dem Fall würden bei Bank B nur für 29 Euro (800 Euro Gewinn abzüglich 771 Euro Freibetrag) Steuern abgeführt und blieb der Zinsgewinn bei Bank A komplett steuerfrei.

Sollte noch eine dritte Bank hinzukommen und/oder Geld umgeschichtet werden, ist es ratsam, die Freistellungsaufträge neu aufzuteilen und anzupassen. Idealerweise kontrolliert man die aktuellen Aufträge einmal im Jahr, um immer auf dem Laufenden zu sein.

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