A F

Welche Laufzeiten eignen sich wann beim Festgeld?

Jede mittel- und langfristige Geldanlage will gut überlegt sein. Wer auf Flexibilität verzichtet, um dafür einen höheren Zins zu erhalten, kann Glück haben und mit seiner Entscheidung goldrichtig liegen. Auf der anderen Seite besteht immer das Risiko, dass die Märkte schon nach ein paar Wochen anziehen und der bei Vertragsabschluss attraktive Zinssatz nur noch Mittelmaß ist. Statt sich blindlings für eine bestimmte Laufzeit zu entscheiden, ist es daher ratsam, ein wenig auf die Prognosen zur Zinsentwicklung und zur Inflation zu achten. Sie sind zwar nicht der Weisheit letzter Schluss und bieten keine absolute Sicherheit, dafür aber wertvolle Anhaltspunkte.

Marktzinsen

Der für Sparer wichtigste Faktor sind Vorhersagen zum Zinsniveau. Festgeld an sich ist relativ träge und reagiert erst mit einiger Verzögerung auf neue Entwicklungen, wie zum Beispiel auf Anpassungen des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB). Aufgrund der meist längerfristigen Ausrichtung einer Festgeldanlage machen sich solche Veränderungen auf Dauer aber durchaus bemerkbar. Folgende Szenarien sind denkbar:

  • Stabile Marktzinsen: Gehen Analysten und Experten davon aus, dass die Zinsen weiterhin stabil bleiben, haben Sparer vom Prinzip her freie Wahl, sollten sich aber nicht zu lange festlegen. Denn Stabilität ist bei der Geldanlage eher die Ausnahme und hält nie sonderlich lange an.
  • Sinkende Marktzinsen: Lauten die Prognosen auf ein Nachlassen des Zinsniveaus, sprich sinkenden Zinsen, bieten sich längerfristige Anlagekonzepte an. In dem Fall ist es durchaus sinnvoll, sich zumindest für einen Teil des Kapitals die aktuell hohe Verzinsung längerer Laufzeiten garantieren zu lassen.
  • Steigende Marktzinsen: Bei der positiven Meldung, dass die Zinsen voraussichtlich steigen werden, sind lange Anlagezeiträume ungeeignet. In dem Fall sollten Sparer ihr Geld nur kurzfristig investieren, um dann entsprechend auf den höheren Zins reagieren zu können. Das wäre nicht möglich, wenn das Kapital schon für Jahre festliegt.

Inflation

Nach dem gleichen Prinzip kann auch die Inflation als Entscheidungsgrundlage herhalten. Bleibt sie stabil, bieten lange Laufzeiten mit hoher Verzinsung eine bessere Realrendite. Befürchten Marktbeobachter, dass die Inflation steigt, bewegen sich in der Regel auch die Zinsen nach oben. In dem Fall raten Experten, abzuwarten, statt sich lange zu binden. Andersherum sinken normalerweise auch die Zinsen, wenn die Inflation nachlässt. Dann ist ein längeres Engagement durchaus sinnvoll. Aber: Ob nun Marktzinsen oder Inflation – Prognosen und Vorhersagen, selbst wenn sie von gestandenen Analysten stammen, bieten keine Sicherheit. Der Markt funktioniert bisweilen nach ganz eigenen Gesetzen und hat schon für so manche Überraschung gesorgt.

Die eigenen finanziellen Möglichkeiten

Der beste Gratmesser dafür, welche Laufzeit am besten geeignet ist, bleiben damit auch weiterhin die eigenen finanziellen Möglichkeiten. Sparer sollten sich sehr gut überlegen, wie lange sie auf das Geld verzichten können. Gibt es ausreichend Reserven, sind durchaus auch Laufzeiten von mehreren Jahren möglich, sofern die äußeren Rahmenbedingungen stimmen. Anderenfalls sind kurze Festgeldanlagen über ein oder zwei Jahre die bessere Wahl. Ideal wäre es natürlich, wenn kurz-, mittel- und langfriste Anlagezeiträume kombiniert werden könnten. Das setzt allerdings genug Kapital oder einen niedrigen Mindestanlagebetrag voraus.

Festgeld-Vergleich verschafft Überblick

Einen Überblick über die Zinssätze, Laufzeiten, Mindest- und Maximaleinlagen sowie die Einlagensicherung aktueller Festgeldkonten können Sie sich mit unserem Festgeld-Vergleich verschaffen. Einfach Laufzeit und Anlagesumme eingeben, berechnen und vergleichen:

Festgeldzinsen berechnen