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Festgeld oder Tagesgeld

Sparer haben die Qual der Wahl: Sie können ihr Kapital flexibel als Tagesgeld oder fix als Festgeld investieren. Beide Sparformen haben Vor- und Nachteile, die bei einer Entscheidung über die Anlagestrategie gegeneinander abgewogen werden müssen. Sie ergeben sich aus den Eigenschaften und Voraussetzungen, die für das jeweilige Produkt charakteristisch sind.

Vor- und Nachteile von Fest- und Tagesgeld

Hier eine tabellarische Übersicht mit den wichtigsten Fakten zum Tagesgeldkonto und der Festgeldanlage:

Festgeld Tagesgeld
Vorteile
  • Garantierte Verzinsung für die gesamte Laufzeit.
  • Abhängig vom Anlagezeitraum höhere Zinsen als beim Tagesgeld.
  • Einlagensicherung: mindestens 100.000 Euro über die EU-weit einheitliche gesetzliche Einlagensicherung. Innerhalb der BRD teils 100-prozentiger Schutz der Gesamteinlage dank freiwilliger Einlagensicherungssysteme.
  • Große Spanne an möglichen Laufzeiten von wenigen Monaten bis hin zu zehn Jahren – dadurch kann die Anlage weitgehend flexibel gesteuert werden.
  • Kostenlose Kontoführung.
  • Flexibel: Über das Kapital kann tagtäglich verfügt werden. Es gibt keine Kündigungsfrist.
  • Neukunden profitieren bisweilen von höheren Zinsen.
  • Einlagensicherheit: Gewährleistet über die gesetzliche Einlagensicherung und die freiwilligen Einlagensicherungsfonds.
  • Für Tagesgeld wird keine Mindesteinlage verlangt.
  • Keine Kontoführungsgebühren.
Nachteile
  • Über das Kapital kann nicht frei verfügt werden. Es liegt fest. Eine vorzeitige Kündigung, um auf aktuelle Marktentwicklungen zu reagieren, ist nur selten möglich und mit Kosten verbunden.
  • Mindesteinlage: Die meisten Banken verlangen für die Festgeldanlage einen Mindestbetrag von durchschnittlich 2.500 Euro. Nur in Ausnahmefällen wird auf eine Mindesteinlage verzichtet.
  • Top-Zinsen werden oft erst bei langen Laufzeiten gewährt.
  • Tagesgeld wird schlechter verzinst als Festgeld mit langen Laufzeiten.
  • Der Zinssatz ist variabel und kann jederzeit angepasst werden.
  • Zinstreppen: Der Zins sinkt bei einigen Angeboten, mit zunehmendem Anlagebetrag.

Schaut man sich die Liste genauer an, wird sehr schnell deutlich, dass sich die Stärken und Schwächen von Fest- und Tagesgeld weitgehend die Waage halten. Dabei sind die Flexibilität und die Verzinsung die entscheidenden Kriterien. Anleger müssen sich vor allem darüber klar werden, ob sie längere Zeit auf ihr Geld verzichten wollen und können, oder ob es ihnen wichtiger ist, jederzeit und ohne Probleme über das Kapital verfügen zu können, und sie dafür ein paar Zehntelprozentpunkte weniger Zinsen erhalten.

Eine Frage der Rendite

Mit den Zinsen kommt dann auch die Rendite ins Spiel. Im direkten Vergleich – jeweils ausgehend von einem Anlagebetrag in Höhe von 5.000 Euro – erreichte Tagesgeld in den vergangenen zwölf Monaten eine durchschnittliche Verzinsung von 1,41 Prozent p.a. (im Fünfjahres-Vergleich 2,14 Prozent p.a., auf zehn Jahre gesehen 2,10 Prozent p.a.). Festgeld mit einer Laufzeit von zwölf Monaten brachte im Jahresschnitt auf 1,68 Prozent p.a. (2,70 Prozent p.a./2,50 Prozent p.a.). Das heißt, der Zins-Unterschied ist jüngster Zeit immer geringer geworden. Von daher sollte man sich weniger Gedanken darüber machen, ob Fest- oder Tagesgeld besser geeignet ist, sondern vielmehr überlegen, wie man beide Produkte optimal miteinander kombiniert, um die Vorteile beider Anlageformen für sich arbeiten zu lassen.

Vergleiche verschaffen Überblick

Einen Überblick über die Zinssätze, Laufzeiten, Mindest- und Maximaleinlagen sowie die Einlagensicherung aktueller Tages- und Festgeldkonten können Sie sich mit unseren Vergleichen verschaffen. Einfach Laufzeit und Anlagesumme eingeben, berechnen und vergleichen:

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