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Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine Steuer auf Kapitalerträge, also zum Beispiel auf Zinsgewinne, die mit Fest- und Tagesgeld erzielt werden. Sie löste 2009, basierend auf dem Unternehmenssteuerreformgesetz, die bisherige Kapitalertragssteuer ab und brachte einige Neuerungen mit, die anfangs noch für Verunsicherung sorgten. Das wichtigste Novum: die pauschale Besteuerung. Unterlagen vorher alle Einkunftsarten dem individuellen Steuersatz (synthetische Einkommensteuer), gelten seither zwei unterschiedliche Steuersätze für Erwerbs- und Kapitaleinkommen (duale Einkommensteuer).

Pauschale Besteuerung

Der Gesetzgeber hat für die Abgeltungssteuer einen Steuersatz von pauschal 25 Prozent festgelegt. Mit dieser Pauschale werden seither alle Kapitalerträge versteuert. Darunter fallen unter anderem Zinsen, Dividenden, Erträge aus Fonds und Veräußerungsgewinne aus Wertpapiergeschäften, unabhängig von der Haltedauer der Papiere (Ausnahme: der Kauf erfolgte noch vor dem 31. Dezember 2008). Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Angenommen, ein Sparer erzielt 400 Euro Zinsen mit einer Festgeldanlage, müssen jetzt 25 Abgeltungssteuer, damit 100 Euro als Steuern gezahlt werden (ohne Freistellungsauftrag).

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Unverändert geblieben ist, dass auf die Abgeltungssteuer sowohl der Solidaritätszuschlag als auch die Kirchensteuer – sofern der Sparer kirchensteuerpflichtig ist – aufgeschlagen werden. Für den Solidaritätszuschlag gilt ein Steuersatz von 5,5 Prozent. Abgeltungssteuer und Soli ergeben zusammen somit eine Steuerlast von 26,375 Prozent. Hinzu kommen acht (Bayern, Baden-Württemberg) oder neun (übrige Bundesländer) Prozent Kirchensteuer. Diesbezüglich gelten für die Abgeltungssteuer jedoch andere Berechnungsgrundlagen. In der Summe ergibt sich bei 8,0 Prozent Kirchensteuer ein Steuerabzug von insgesamt 27,8186 Prozent und bei 9,00 Prozent Kirchensteuer ein Wert von 27,9951 Prozent.

Wer führt die Abgeltungssteuer ab?

Abgeführt wird die Abgeltungssteuer direkt dort, wo der Gewinn erzielt wird – quasi an der Quelle des Kapitalertrags: von der Bank. Deshalb wird die Abgeltungssteuer auch als Quellensteuer auf Kapitalerträge bezeichnet. Der Kunde selbst muss sich um nichts weiter kümmern. Sobald Zinsen oder andere Gewinne anfallen, zieht die Bank automatisch Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer ab und leitet das Geld im Namen des Kunden direkt an das Finanzamt weiter. Vermeiden lässt sich der Steuerabzug nur, wenn über einen Freistellungsauftrag der sogenannte Sparerpauschbetrag, der mit Einführung der Abgeltungssteuer den Sparerfreibetrag ablöste, in Anspruch genommen wird.

Anlage KAP

Die Anlage KAP für die Einkommensteuererklärung erübrigt sich damit weitgehend. Benötigt wird sie nach wie vor, wenn der Kunde kirchensteuerpflichtig ist, die Bank aber keine Kirchensteuer abgeführt hat, und bei Kapitalerträgen, die im Ausland erzielt wurden. Die entsprechenden Daten, die mit der Einkommensteuererklärung eingereicht werden müssen, stehen auf der Jahressteuerbescheinigung, die Banken auf Anfrage verschicken.

Die Neuerungen im Überblick

  • pauschale Besteuerung mit 25 Prozent
  • Sparerpauschbetrag statt Sparerfreibetrag
  • Wegfall der Spekulationsfrist – Gewinne werden auch dann versteuert, wenn Wertpapiere mehr als ein Jahr im Depot waren

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